Wal hat sich vor Niendorf befreit und schwimmt in offener Ostsee
Vorläufiges Happy End für einen Wal: Der Buckelwal vor Niendorf hat die Sandbank verlassen. In der Nacht hat sich das Tier offenbar aus eigener Kraft befreit und schwimmt nun wieder in der Lübecker Bucht – im tieferen Wasser, aber weiterhin in Sichtweite zum Strand. Einsatzkräfte bestätigten am Morgen die Sichtung. Boote der Wasserschutzpolizei begleiten den Wal, die Rettungsaktion läuft weiter.
Nach Angaben eines Reporters des NDR Schleswig-Holstein hatte der Wal das Gebiet zunächst verlassen, blieb aber in der Bucht. Auch das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) bestätigte später: Das Tier wurde weiter draußen gesichtet. In sozialen Netzwerken kursierten zudem Bilder aus dem Bereich Haffkrug.
Biologe und Walschützer Robert Marc Lehmann, der bereits zuvor zum Tier getaucht war, spricht von einem wichtigen Fortschritt – aber noch nicht von einer endgültigen Rettung: „Es ist der erste Schritt.“ Entscheidend sei, dass der Wal den Weg zurück in den Atlantik findet. Erst dort, gesund und wieder fressend, sei er wirklich gerettet.
Noch keine endgültige Rettung
Warum sich der Wal befreien konnte, ist noch nicht abschließend geklärt. Möglich ist, dass der nächtliche Wind das Wasser in die Lübecker Bucht drückte und den Pegel um etwa einen halben Meter ansteigen ließ. Dadurch könnte das Tier genügend Auftrieb bekommen haben, um sich von der Sandbank zu lösen.

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Am Morgen suchten Expertinnen und Experten zunächst mit Drohnen nach dem Wal – ohne Erfolg. Ein Ortungssender konnte dem Tier zuvor nicht angebracht werden, da sich seine Haut in einem schlechten Zustand befand. Sein genauer Aufenthaltsort bleibt deshalb schwer nachvollziehbar.
Vorsichtige Zuversicht
In Niendorf wich die Anspannung vorsichtiger Zuversicht. Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, zeigte sich erleichtert: Endlich bestehe die Chance, den Wal gezielt in Richtung Nordsee zu begleiten. Unterstützung kommt auch vom Land Schleswig-Holstein. Mehrere Polizeischiffe sichern die Aktion ab.
Auch Ministerpräsident Daniel Günther dankte den zahlreichen Helfern – darunter Feuerwehr, DLRG, Umweltschützer und Wissenschaftler –, die in den vergangenen Tagen im Einsatz waren.

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Inzwischen wird der Wal aktiv begleitet. Mehrere Schiffe halten Abstand von rund 200 Metern und versuchen, das Tier vorsichtig in Richtung offene See und weiter nach Dänemark zu lenken. Nach aktuellen Angaben sind mindestens sechs Schiffe beteiligt. Die Küstenwachboote „Hummel“ und „Fehmarn“ gehören dazu und ermöglichen es, am Freitagmorgen, die Position des Wals weiterhin zu verfolgen.
Aufräumen am Strand
Am Strand von Niendorf beginnt unterdessen der Rückbau der aufwendigen Rettungsinfrastruktur: Bojen werden eingesammelt, Pontons abgebaut, Bagger abtransportiert.
Doch trotz aller Erleichterung bleibt die Lage unsicher. Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Experten vermuten, dass das Tier Fischschwärmen gefolgt ist oder durch Unterwasserlärm orientierungslos wurde. Bereits zuvor war vermutlich derselbe Wal vor Mecklenburg-Vorpommern und im Hafen von Wismar gesichtet worden.
Die kommenden Stunden und Tage entscheiden nun über sein Schicksal. Der Wal ist frei, aber noch lange nicht gerettet…
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