Im Zentrum von Düren (NRW) gingen zwei Großfamilien brutal aufeinander los.

Nach der blutigen Massenschlägerei am frühen Sonntagabend in Düren hat die Polizei erste Ermittlungsergebnisse bekanntgegeben. Nach aktuellem Stand waren 20 Menschen in der Innenstadt mit Äxten, Hämmern, Stangen und Baseballschlägern aufeinander losgegangen.

Es gab acht Verletzte. Zwei Männer wurden festgenommen – doch sie sind schon wieder auf freiem Fuß!

Sechs Opfer der Auseinandersetzung am Bonner Platz in Düren (Nordrhein-Westfalen) mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. Ein Mann lag bewusstlos auf der Straße. Trotzdem wurde weiter auf ihn eingeschlagen. Auch für die Polizei eine beängstigende Gewalteskalation zwischen zwei Großfamilien.

Feier war Auslöser für Gewaltexzess
Die Auswertung der Augenzeugenvideos und erste Ergebnisse der Spurensicherung ergaben: Am Tatort wurden Hämmer, Tischbeine, Äxte, Baseballschläger und Kupferrohre benutzt. Es sind auch blutende Frauen zu sehen, die laut schreien.

Ein Ermittler der Kriminalpolizei zu den Hintergründen: „Nach Angaben der Tatbeteiligten soll eine Geburtstagsfeier am Freitag Ausgangspunkt des späteren Konflikts gewesen sein. Eine der beteiligten Parteien fühlte sich nach eigenen Angaben durch den von der Feier ausgehenden Lärm gestört.“

Nach einem ersten Streit in der Nacht auf Sonntag erstattete eine der Familien Anzeige wegen Bedrohung. Am Abend eskalierte die Situation schließlich.

Der Ermittler über die Kontrahenten: „Sie kannten sich nach ihrer Schilderung nur flüchtig aus der Nachbarschaft. Soziale Beziehungen sollen zwischen den Parteien nicht bestanden haben.“ Ob das der Wahrheit entspricht oder es noch andere Gründe für den Gewaltexzess gab, ist noch unklar.

Keine rechtliche Handhabe gegen Verdächtige
Bei den beiden festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich um einen Dürener (22) mit deutscher und serbischer Staatsangehörigkeit sowie einen Kölner (23) mit bosnisch-herzegowinischer Staatsangehörigkeit.

Beide sind wieder auf freiem Fuß. Ein Sprecher der Polizei: „Zuvor wurde aber eine Gefährderansprache durchgeführt.“ So solle verhindert werden, dass es erneut zur Auseinandersetzung kommt.

Manuel Ostermann, Bundesvorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft, sagte der Zeitung „WELT“ (gehört wie BILD zu Axel Springer): „Wie soll denn bitte der Rechtsstaat konsequent wirken, wenn er doch von diesen Großfamilien nur belächelt wird, weil sie am Ende mit dem, was sie tun, und auch der öffentlichen Zurschaustellung von Gewalteskalation schlicht und ergreifend durchkommen?“ Wenn keine Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr besteht, habe man keine rechtliche Handhabe.

Polizei sucht weitere Zeugen
Derzeit gelten noch eine Frau (45) aus Köln mit bosnisch-herzegowinischer Staatsangehörigkeit und eine Frau (25) aus Düren mit deutscher Staatsangehörigkeit als tatverdächtig.

Der Polizeisprecher: „Zur Rekonstruktion des genauen Tatablaufs werten wir derzeit weitere Video- und Bildaufnahmen aus und prüfen die Angaben der Tatbeteiligten und weiterer Augenzeugen.“ Hinweise zur Massenschlägerei, insbesondere von vorbeifahrenden Autofahrern, bitte per Telefon an 02421/9490.

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